Umstellung auf BARF Die wichtigsten Tipps für eine erfolgreiche Futterumstellung
Möchtest du deinem Hund die beste Ernährung bieten und weißt nicht, wie du auf BARF umstellen sollst? Die Umstellung auf Rohfütterung ist kein Hexenwerk, braucht aber etwas Geduld und Grundwissen. Oft sind Allergien oder Unverträglichkeiten Gründe für die Umstellung, oder schlichtweg der Wunsch, sein Tier natürlich und artgerecht zu ernähren. Um die Umstellung durchzuführen sollte man die wichtigsten Basics der BARF-Ernährung kennen. Hast du das Grundwissen über das Zusammenstellen der Mahlzeiten, kann auch schon mit der Umstellung begonnen werden. In diesem Beitrag zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie die Umstellung gelingt und worauf du achten solltest, damit dein Hund die neue Fütterung gut verträgt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Umstellung auf BARF
1. Fasten
Ist dein Hund erwachsen und gesund, startest du mit einem Fastentag: 24 Stunden kein Futter, Wasser natürlich schon. So wird der Darm die Reste vom Fertigfutter los, und dein Hund geht mit Appetit an die erste rohe Mahlzeit. Hunde, die chronisch krank oder zu dünn sind, lässt du nicht fasten. Trockenfutter und BARF über mehrere Tage zu mischen, wie man es vom normalen Futterwechsel kennt, empfehlen wir nicht. Die beiden Futterarten sind zu verschieden aufgebaut, im selben Napf kann das zu Verdauungsproblemen führen.
Welpen lässt du nicht fasten. Bei ihnen reicht die Nachtpause oder eine ausgelassene Mahlzeit: Hat dein Welpe morgens beim Züchter noch sein gewohntes Futter bekommen, lässt du mittags aus und gibst abends das erste rohe Fleisch. Bei Welpen kann die Umstellung auch schneller gehen als bei erwachsenen Hunden. Mehr zum Barfen von Welpen liest du hier.
2. Beginn der Umstellung mit Muskelfleisch
Nach dem Fasten startest du mit einer Sorte Muskelfleisch und einer Sorte Gemüse, zum Beispiel Karotten. Die Tagesmenge aus dem BARF-Rechner teilst du dafür auf: 80 % Muskelfleisch, 20 % Gemüse. Nimm am Anfang mageres Fleisch mit wenig Fett, um die 5 %, zum Beispiel Hühnermuskelfleisch. Den Fettanteil erhöhst du erst über die nächsten zwei Wochen nach und nach. Das ist vor allem wichtig, wenn dein Hund bisher kohlenhydratreiches, fettarmes Trockenfutter bekommen hat: Ein plötzlicher Sprung beim Fett kann die Bauchspeicheldrüse überfordern.
Lehnt dein Hund das rohe Futter erst mal ab, wundert uns das nicht. Fertigfutter enthält oft Aroma- und Lockstoffe, gegen die neutral riechendes Fleisch nicht ankommt. Dann brätst du das Fleisch kurz an oder überbrühst es und kochst das Gemüse. Später reduzierst du das Garen Schritt für Schritt.
3. Einführung Pansen
Pansen ist beim BARF kein Muss. Fütterst du ihn, kommt er als nächstes dazu. Starte mit etwa 10 % des tierischen Anteils, also 70 % Muskelfleisch, 10 % Pansen und 20 % Gemüse, und steigere den Pansen in den folgenden Tagen langsam. Er wird meistens gern gefressen und ist preisgünstig. Vor allem grüner Pansen punktet zusätzlich auch noch mit Pflanzenfasern und Mineralien aus Futterresten. Wer allerdings mit dem strengen Geruch nicht klar kommt, kann diesen Punkt gerne überspringen. Dazu erhöhst du einfach die Menge an Muskelfleisch durch die vom BARF-Rechner ermittelte Menge für Pansen.
4. Einführung Innereien
Danach kommen Innereien dazu. Gib zuerst höchstens die Hälfte der Innereienmenge, die später im Plan steht. Das ergibt rund 55 % Muskelfleisch, 20 % Pansen, 5 % Innereien und 20 % Gemüse. In den nächsten Tagen steigerst du die Innereien. Sie sind die wichtigste Quelle für bestimmte Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin A, B12, Eisen und Selen. Ein paar Tage ohne Innereien sind kein Problem. Zieht sich die Umstellung aber über mehr als zwei Wochen, ohne dass alle Bausteine im Napf sind, sollten die fehlenden Nährstoffe ergänzt werden. Auch hier gilt wieder beobachten! Es kann vorkommen, dass Innereien zu Durchfall führen. Gerade am Anfang, wenn der Magen noch nicht an die Rohfütterung gewöhnt ist und die Innereien eine ganz andere Konsistenz aufweisen. Werden diese nicht angenommen, kann man sie kurz überbrühen.
Legt sich der Durchfall nicht, brichst du die Umstellung nicht ab. Geh zurück zum letzten Schritt, der gut geklappt hat, und koch das Futter vorerst. Weicher Kot und Blähungen sind in den ersten Tagen normal, Darm und Darmflora müssen sich erst umgewöhnen. Dauert das länger als eine Woche oder geht es deinem Hund schlecht, hol dir Rat beim Tierarzt. Bei starkem Erbrechen, sehr häufigem Durchfall oder wenn er kein Wasser bei sich behält, sofort. Halten Beschwerden über Wochen an, kann eine Unverträglichkeit dahinterstecken. Klär das mit dem Tierarzt und wechsle dann gegebenenfalls die Fleischsorte.
Durchfall? Ein Schritt zurück
Geh zum letzten Schritt, der geklappt hat, und koch das Futter vorerst.
5. Einführung Knochen und Knorpel
Bei den Knochen startest du gewolft, zum Beispiel mit gewolften Hühnerhälsen, und gibst anfangs nur etwa ein Drittel der Knochenmenge, die später im Plan steht. Danach erhöhst du langsam. Manche Hunde müssen das Knabbern an ganzen Knochen erst lernen und schlingen sie sonst herunter. Wenn dein Hund so weit ist, kannst du auf weiche Knochen am Stück wie Hühner- oder Entenhälse umsteigen. Verträgt dein Hund gar keine Knochen, ersetzt du sie durch Knochenmehl, einfach weglassen geht nicht. Und ganz wichtig: Knochen nur roh füttern, nie gekocht. Ganze Knochen gibst du am besten getrennt vom restlichen Napf, so siehst du, wie dein Hund damit umgeht. Nimm den Knochen dabei fest zwischen Daumen und Zeigefinger und lass deinen Hund daran kauen und knabbern, ohne dass er dir den Knochen dabei entreißen und verschlingen kann.
6. Zusätze machen die BARF-Mahlzeit komplett
Drei Zusätze gehören in fast jeden BARF-Plan. Seealgenmehl liefert Jod. Ein Beutegreifer deckt seinen Jodbedarf über die Schilddrüse der Beute, die beim BARF aus Sicherheitsgründen nicht in den Napf kommt. Die Wochenmenge verteilst du auf mindestens drei Tage, nicht alles auf einmal. Ein passendes Öl wie Lachsöl gleicht das Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren aus, denn Fleisch aus üblicher Stallhaltung bringt viel Omega-6 und wenig Omega-3 mit. Für Vitamin D sorgt Seefisch mit viel Vitamin D wie Lachs oder Hering, zum Beispiel an einem Tag pro Woche anstelle von Muskelfleisch. Fütterst du keinen Fisch, kommt Lebertran zum Einsatz. Wie viel dein Hund von den Zusätzen braucht, hängt von seiner Futtermenge ab, nicht von seinem Gewicht. Die Menge Seealgenmehl zeigt dir unser BARF-Rechner. Auch die Zusätze führst du einzeln ein, Öle langsam, weil sie den Kot weicher machen können.
Erfolgreich umgestellt
Die Umstellung auf BARF wirkt am Anfang nach viel, ist aber meist in ein bis zwei Wochen geschafft. Geh Schritt für Schritt vor, beobachte deinen Hund und seinen Kot und geh bei Problemen lieber einen Schritt zurück. Übrigens: Dass dein Hund nach der Umstellung deutlich weniger trinkt, ist normal. Rohes Futter bringt viel mehr Wasser mit als Trockenfutter.
Downloade hier den Wochenplan zur Umstellung:
Unser BARF-Rechner zeigt dir, wie viel dein Hund braucht. Alles für die Umstellung bekommst du online mit DPD-Versand ab 10 kg, im Hofladen oder über unseren regionalen Lieferdienst alle 2 Wochen.