Übergewicht bei Hunden
Übergewicht bei Hunden

Übergewicht bei Hunden

Ach, die paar Pfunde mehr, das ist doch süß! Ich habe es mit den vielen Leckerlis doch nur gut gemeint! Übergewicht ist die häufigste Fütterungsfolge bei Hunden und wird oft unterschätzt. In Ländern wie Deutschland ist bis zu jedes zweite Haustier zu schwer, am häufigsten im Alter zwischen 4 und 11 Jahren. Weil so viele Hunde zu viel wiegen, fällt das im Vergleich kaum noch auf. Manche Halter halten eine zu runde Figur sogar für normal. Ab wann ist ein Hund zu dick? Liegt er mindestens 15 % über seinem Idealgewicht, spricht man von Fettleibigkeit (Adipositas). Das Idealgewicht ist aber gerade bei Mischlingen schwer festzulegen. Deshalb schaut man zusätzlich auf die Figur, mit dem Body Condition Score (BCS). Das ist eine Skala von 1 (sehr mager) bis 5 (fettleibig), ideal ist eine 3.

Übergewicht erkennen

Basset Hound und Beagle im Seitenprofil

Schau dir deinen Hund zuerst von oben an. Ist keine Taille mehr zu sehen oder sitzen Fettpolster entlang des Rückens, ist das ein Zeichen für Übergewicht. Dann tastest du: Streich mit beiden Händen und leichtem Druck über Brustkorb und Bauch. Bei einem Hund mit Idealgewicht siehst du Rippen, Becken und Wirbelsäule nicht, spürst sie aber leicht. Musst du kräftig drücken, um die Rippen zu fühlen, ist dein Hund zu schwer. Bei langem Fell ist das Tasten besonders wichtig, weil das Fell viel verdeckt. Von der Seite gesehen sollte der Bauch nach hinten ansteigen. Ein deutlicher Bauch nach unten oder ein Hängebauch spricht für Übergewicht. Ist dein Hund zu schwer, suchst du als Nächstes die Ursache.

Ursachen

Die Ernährung

Bei gesunden Hunden ist fast immer die Fütterung der Grund. Bekommt dein Hund über längere Zeit mehr Energie, als er verbraucht, nimmt er zu. Das passiert schnell, wenn die Futtermenge nicht zu deinem Hund passt oder du nach Augenmaß fütterst. Besonders oft werden Leckerlis und Kauartikel unterschätzt. Sie haben viele Kalorien und gehören deshalb in die Tagesmenge eingerechnet. Und manchmal frisst ein Hund heimlich mit, zum Beispiel beim Nachbarn oder vom Tisch.

Snacks zählen mit

100 g getrocknete Rinderlunge haben rund 340 kcal. Rechne Snacks ein.

Krankheiten

Nimmt dein Hund zu, obwohl er nicht mehr frisst als vorher, kann eine Krankheit dahinterstecken. Infrage kommen vor allem hormonelle Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder Morbus Cushing, seltener auch ein wachsender Tumor. Bekommt dein Hund Medikamente, frag deinen Tierarzt, ob sie das Gewicht beeinflussen können. Lass die Ursache in jedem Fall tierärztlich abklären. Auch nach einer Kastration braucht ein Hund oft weniger Energie. In der Futterberechnung setzt man dafür etwa 10 % weniger an. Wiege deinen Hund nach dem Eingriff deshalb regelmäßig.

Bewegungsmangel

Es geht auch andersherum: Dein Hund frisst gar nicht zu viel, bewegt sich aber zu wenig für die Menge im Napf. Daraus wird schnell ein Kreislauf. Ein schwerer Hund hat weniger Lust auf Bewegung und nimmt dadurch weiter zu. Haben die Gelenke schon gelitten, bewegt er sich noch weniger. Bei Senioren verändert sich außerdem der Stoffwechsel, sie brauchen oft weniger Energie als früher. Die Futtermenge sollte deshalb immer zum Alter und zur Aktivität deines Hundes passen.

Hundepfoten neben einem Teller mit Brokkoli

Rasse und Temperament

Wie viel Energie ein Hund braucht, hängt auch von Rasse und Temperament ab. Ein quirliger Jagdterrier verbraucht bei gleichem Gewicht deutlich mehr als ein gemütlicher Hund. Pauschale Tabellen helfen dir deshalb nur als Startwert. Die richtige Menge ist die, mit der dein Hund sein Idealgewicht hält.

Folgen des Übergewichts

Übergewicht ist kein reines Schönheitsproblem. Oft merkst du es zuerst im Alltag: Dein Hund ist schnell müde, bleibt beim Spaziergang zurück, hechelt stark oder kommt kaum noch allein ins Auto. Hitze und Bewegung verträgt er schlechter. Dazu kommt: Fettgewebe ist nicht nur Speicher. Es schüttet Botenstoffe aus, die Entzündungen anheizen und den Stoffwechsel durcheinanderbringen. Deshalb steigt mit dem Gewicht das Risiko für viele Erkrankungen, zum Beispiel an Gelenken, Herz und Kreislauf, für Diabetes, Bauchspeicheldrüsenentzündungen und Hautprobleme. Auch eine Narkose wird riskanter. Probleme entstehen schon bei moderatem Übergewicht, und die Lebenszeit kann sich deutlich verkürzen. Bei Beschwerden wie Gelenkschmerzen oder Atemnot gehört dein Hund zum Tierarzt.

Gesund abnehmen

Bevor du startest, brauchst du einen ehrlichen Überblick. Schreib 1-2 Wochen lang alles auf, was dein Hund bekommt: Hauptfutter, Leckerlis, Kauartikel, Tischreste und was andere Familienmitglieder oder der Hundesitter zustecken. Krankheiten sollten vorher ausgeschlossen sein. Fütterst du Fertigfutter, schau auf die Zutatenliste. Zucker wird dort manchmal als Lockstoff zugesetzt und hat im Napf nichts verloren. Dann kommen die Snacks dran. Getrocknete Kauartikel haben oft 350-500 kcal pro 100 g und sind die häufigsten Kalorienfallen. Streich sie in der Diät weitgehend oder ersetz sie durch Gemüsestücke, die du von der Tagesmenge abziehst. Statt Futter kannst du auch mit Spiel oder Streicheln belohnen. Vom Tisch gibt es nichts mehr. Welche Futtermenge zu deinem Hund passt, zeigt dir unser BARF-Rechner.

Nicht zu schnell abnehmen

Mehr als 1-1,5 % des Körpergewichts pro Woche belastet den Körper.

Oft reicht es schon, die Snacks wegzulassen. Spart dein Hund dadurch 10-15 % Energie, nimmt er ab. Reicht das nicht, kürzt du die Tagesration um 10-25 %, bei starkem Übergewicht eher am oberen Ende. Beim BARF wählst du außerdem mageres Muskelfleisch mit höchstens 15 % Fett. Wichtig: Die Diät soll Energie sparen, aber keine Nährstoffe. Wird die Futtermenge sehr klein, lass den Plan durchrechnen, damit keine Vitamine und Spurenelemente fehlen. Sprich uns dafür gern an.

Den Gemüseanteil kannst du verdoppeln und das Gemüse fein raspeln. Dann sieht der Napf voller aus. Satt macht das aber kaum, und viele Ballaststoffe können die Aufnahme von Nährstoffen bremsen. Keine Sorge wegen Hunger: Hunde empfinden Sättigung nicht so wie wir. Ein kleinerer Napf hilft dir trotzdem, nicht aus Mitleid nachzulegen.

Hund geht mit seinem Halter spazieren

Mehr Bewegung unterstützt die Diät. Passe sie aber dem Gewicht an. Ein stark übergewichtiger Hund läuft nicht kilometerweit am Fahrrad mit und jagt auch keinem schnellen Ball hinterher. Besser sind ausgedehnte, gemütliche Runden auf Wald- und Feldwegen und Schwimmen. Ist dein Hund nur leicht zu schwer, darf es auch mehr sein. Ideen findest du in unserem Beitrag mit vier Hundesportarten. Abnehmen braucht Geduld, bei deutlichem Übergewicht oft mehr als ein halbes Jahr. Mehr als 1-1,5 % des Körpergewichts pro Woche sollte dein Hund nicht verlieren, das belastet den Körper. Wiege ihn alle 1-2 Wochen, immer auf derselben Waage und zur ähnlichen Uhrzeit. Nimmt er trotz konsequenter Diät nicht ab, geh zum Tierarzt.

Abnehmen mit BARF

Beim Barfen weißt du genau, was im Napf landet, ohne Zucker als Lockstoff. Bei leichtem Übergewicht reicht manchmal schon die Umstellung von Trockenfutter auf BARF, damit dein Hund abnimmt. Außerdem kannst du den Fettgehalt gezielt steuern. Er bezieht sich beim BARF auf den Muskelfleischanteil: Für übergewichtige, ruhige oder ältere Hunde liegen etwa 15 % richtig, normal aktive Hunde bekommen rund 20 %. Ist dein Hund am Ziel, erhöhst du die Energie langsam, um höchstens 10 % auf einmal und mit einigen Wochen Abstand, bis das Gewicht stabil bleibt. Bei Fragen zum Plan beraten wir dich gern.

Bei Idealgewicht ist die Taille gut zu sehen und die Rippen sind leicht zu ertasten, aber nicht sichtbar. Fehlt die Taille, spürst du die Rippen nur mit Druck oder siehst du Fettpolster am Rücken, ist dein Hund zu schwer. Bei der Einschätzung hilft der Body Condition Score (BCS) oder dein Tierarzt.

Die Hauptursachen sind zu große Futterportionen, zu viele Leckerlis, Krankheiten oder zu wenig Bewegung. Auch bestimmte Rassen neigen eher zu Übergewicht. Kastrierte und ältere Hunde brauchen oft weniger Energie und nehmen deshalb schneller zu, wenn die Futtermenge gleich bleibt.

Streich zuerst die Snacks oder ersetz sie durch Gemüsestücke. Reicht das nicht, kürzt du die Tagesration um 10-25 %, ohne dass Nährstoffe fehlen dürfen. Dazu kommt schonende, regelmäßige Bewegung wie lange Spaziergänge oder Schwimmen. Mehr als 1-1,5 % des Körpergewichts pro Woche sollte dein Hund nicht abnehmen.

Beim BARF kannst du mit magerem Muskelfleisch (höchstens 15 % Fett) die Energie einfach senken. Mehr geraspeltes Gemüse macht den Napf voller, wichtig bleibt aber, dass alle Nährstoffe drin sind. Lass den Diätplan am besten von einem BARF-Berater oder Tierarzt durchrechnen, vor allem wenn die Futtermenge sehr klein wird.

Ist das Idealgewicht erreicht, erhöhst du die Futtermenge nur langsam, um höchstens 10 % auf einmal und mit einigen Wochen Abstand, bis das Gewicht stabil bleibt. Wieg das Futter weiter ab und bleib bei der regelmäßigen Bewegung. Regelmäßige Gewichtskontrollen helfen, erneute Gewichtszunahme frühzeitig zu erkennen. Futter sollte immer auf den aktuellen Energiebedarf des Hundes angepasst werden, insbesondere bei Veränderungen im Alter oder Aktivitätslevel.

Golden Retriever sitzt am Tisch vor seinem Teller
Die richtige Menge für deinen Hund

Unser BARF-Rechner zeigt dir, wie viel Futter dein Hund am Tag braucht. Soll er abnehmen, schauen wir gern mit dir auf den Plan, damit trotz kleinerer Portionen keine Nährstoffe fehlen.

Zum BARF-Rechner Zum BARF-Shop

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